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Vortrag „Berühmte Frauen in Landshut – ein Spaziergang durch die Jahrhunderte" in Landshut

Vortrag von Frau Ursula Weger, OStD

Am 11. Juni 2026 erlebten die Besucher des großen Vortragssaals der VHS Landshut einen ganz besonderen Abend:
Frau Ursula Weger, OStD und Leiterin des Gymnasiums der Schulstiftung Seligenthal, entführte die Anwesenden mit einem fesselnden Vortrag in die Landshuter Stadtgeschichte – diesmal aus einem  ungewohnten, auf Weiblichkeit, auf eine etwas andere weibliche Macht, ausgerichteten Blickwinkel.

Organisiert wurde das Treffen von der Bavaria-Loge München mit Unterstützung der Groß-Loge Bayern.

Wir waren schlichtweg überwältigt von der großartigen Resonanz: Rund 70 Gäste folgten der Einladung und füllten den Abend mit einer Atmosphäre, die deutlich zeigte, wie sehr solche Themen bewegen und begeistern. Unser herzliches Dankeschön an alle  die dabei waren, an alle die tatkräftig mitgemacht und mitgeholfen haben. Nicht zuletzt gilt unser Dank der Referentin, die mit der Ansage allein, Interesse und Neugier wachhielt. Der Drang nach Wissen und dieses zu mehren ist Grundvoraussetzungen um einen Vortrag wie diesen zur Veranstaltung werden zu lassen.

Der Deutsche Druiden Orden, der sich als Gemeinschaft der Freundschaft, der Kultur und der gegenseitigen Unterstützung versteht, legt großen Wert auf genau solche Abende: Begegnungen, die Wissen vermitteln, Geschichte lebendig machen und Menschen zusammenbringen. Wer mehr über unsere Arbeit in Bayern erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, Kontakt mit der Gross-Loge Bayern e.V. oder der Bavaria-Loge München e.V. aufzunehmen.

Bilder vom Vortragsabend

Zusammenfassung des Vortrags

In Ihrem kurzweiligen Vortrag stellt Frau Ursula Weger neun Frauen vor, die die Geschichte Landshuts auf ihre eigene Weise geprägt haben – vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Den Auftakt machte Ludmilla von Böhmen (13. Jahrhundert), die Gattin des Stadtgründers Herzog Ludwig. Mit politischem Geschick sicherte sie sich durch eine listig eingefädelte Ehe Rang und Einfluss, schenkte gleichzeitig Bayern das Rautenmuster und gründete nach dem Tod ihres Mannes das Zisterzienserinnenkloster Seligenthal – bis heute ein bedeutendes Bildungs- und Kulturzentrum der Hauptstadt Niederbayerns.

Die zweite große Persönlichkeit war Jadwiga von Polen, die 1475 als Braut Georg des Reichen nach Landshut kam. Die Landshuter Hochzeit, eines der bekanntesten historischen Feste Deutschlands, erinnert bis heute an sie. Als fromme Stifterin hinterließ sie in vielen Kirchen der Region bleibende Spuren.

Im 17. Jahrhundert war es Anna von Preysing, die als Äbtissin von Seligenthal, das durch den Dreißigjährigen Krieg völlig ruinierte Kloster, mit außerordentlicher Tatkraft und Pragmatismus rettete. Sie gilt heute als „zweite Gründerin“ des Klosters.

Einen romantisch-literarischen Akzent setzte Bettina Brentano, die 1809 im Umfeld der Landshuter Universität lebte.

Die unkonventionelle junge Frau, Schwester des Dichters Clemens Bentano, später bekannt als Bettina von Arnim, entfaltete hier wesentliche Züge ihrer Persönlichkeit: Nonkonformismus, politisches Bewusstsein und sprachliche Brillanz.

Die Schriftstellerin Lena Christ wohnte von 1917 bis 1919 in Landshut. Ihr bewegtes, von Armut, häuslicher Gewalt und innerer Zerrissenheit geprägtes Leben fand seinen Niederschlag in Werken, die die bayerische Literatur nachhaltig bereichert haben.

Mirjam Pressler, die von 2007 bis zu ihrem Tod 2020 in Landshut lebte, wurde als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautorinnen und Übersetzerin gefeiert. Ihr Werk, das sich oft jüdischer Geschichte und dem Holocaust widmet, machte sie international bekannt.

Im Bereich der bildenden Kunst stellte Frau Weger zwei außergewöhnliche Landshuter Künstlerinnen vor:
Marlene Neubauer-Woerner (1918–2010), eine Bildhauerin, die trotz anfänglicher Skepsis gegenüber einer Frau in ihrem Fach, mit Werken im  öffentlichen Raum – darunter der Schäfflerbrunnen am Hofberg – bleibende Akzente setzte.
Und Marlene Reidel (1924–2014), deren fantasievolle Kinderbücher Generationen von Kindern begeisterten und die international ausgezeichnet wurde.

Den Abschluss bildete Hildegard Baier (1920–1997), Pionierin der Alten Musik in Landshut und Gründerin des Vorläufers der heutigen  Städtischen Musikschule. Mit einem Sing- und Spielkreis legte sie den Grundstein für ein blühendes Musikleben, das bis heute in der Landshuter
Hochzeit und den  Hofmusiktagen sicht- und hörbar ist.

Neun starke Frauen, neun Jahrhunderte, eine Stadt – Ursula Wegers Vortrag machte eindrucksvoll deutlich, wie viel weibliche Geschichte in Landshut schlummert, wie viel weibliche Macht Landshut zu dem gemacht hat, was es heute ist.

Bilder der neun bedeutenden Frauen liegen als PDF-Präsentation bei.